Presseberichte
Single-Quartiere am Bahnhof Semmelhaack errichtet 639 Wohnungen auf dem RAW-Gelände
[MAZ, 02.04.2008]
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So soll die Friedrich-Engels-Straße schon Ende des Jahres 2009 aussehen.
Neben dem Hauptbahnhof laufen die Abrissarbeiten. Hier soll in nur 15 Monaten ein neues Wohn- und Gewerbequartier entstehen.
Teltower Vorstand. In einer rekordverdächtigen Bauzeit von 15 Monaten will die Firma Semmelhaack das neue Quartier am Bahnhof bezugsfertig haben. Neben einem Billighotel und einem für Pendler gedachten Boardinghouse entstehen auf dem Gelände des früheren Reichsbahnausbesserungswerks (RAW) 639 barrierefreie Wohnungen. Die in Potsdam bei Singles und Kleinfamilien stark nachgefragten Ein- bis Zweieinhalbraumquartiere haben 30 bis 50 Quadratmeter und sollen für 7,50 Euro Kaltmiete je Quadratmeter vergeben werden. 95 davon seien für selbstständiges oder betreutes Wohnen im Alter vorgesehen, sagte Semmelhaack-Projektsteuerer Berko Dibowski am Montagabend in der Fraktion der Linken.
Wenn die Stadt bis zum Juli beschleunigte Genehmigungen erteilt, könne im August mit dem Bau begonnen werden, schätzt Stadtplanungschef Andreas Goetzmann.
Der größere Teil des Geländes ist für Gewerbe mit Blickrichtung nach Babelsberg vorgesehen. Dibowski erntete einhellige Zustimmung bei den Linken. Auch für das Beschleunigte Genehmigungsverfahren. Unter dem Motto "Inneverdichtung vor Landschaftsverbrauch" hat der Gesetzgeber die Möglichkeit eröffnet, das zwei- bis zweieinhalbjährige Bebauungsplan-Prozedere erheblich zu straffen. Das passiert laut Goetzmann erstmalig in Potsdam.
"Wir sind uns einig, dass der Schandfleck weg muss", sagte Dibowski: "Aus unserer Sicht kann gar nichts schief gehen. Es ist alles nur eine Frage der Zeit, und Zeit kostet Geld." Zeit bedingen sich womöglich die Stadtverordnete noch aus, die im jüngsten Bauausschuss kritisiert hatten, die beschleunigte Genehmigung lasse kaum noch Mitsprache zu. In jedem Falle, so Goetzmann, müssten die Anlieger und die Träger öffentlicher Belange Stellung nehmen. Mit gravierenden Einwänden rechne er nicht.
Das einzige verbleibende Gebäude aus der Zeit des Reichsbahnausbesserungswerkes ist die so genannte "Neue Halle" von 1912; sie steht in der Kurve der Friedrich-Engels-Straße und ist denkmalgeschützt. Die Stadt möchte sie als Messehalle hergerichtet haben. Als Alleinbetreiber des 10 000 Quadratmeter großen Gebäudes ist die Messe Potsdam im Gespräch, die aber einen Drei-Jahres-Vertrag für die künftige Metropolis-Halle im Filmpark Babelsberg unterschriftsreif hat. Acht Messen werden dort pro Jahr ausgerichtet. An der Neue Halle habe sein Unternehmen nur als Alleinbetreiber Interesse, sagte Messechef Michael Schulze, "und nur, wenn der wirtschaftliche Rahmen passt."
In dieser Messehalle würde Dibowski gern eine "relativ gut erhaltene" Werkslokomotive als Erinnerung an das alte Bahnreperaturwerk stellen. Der Linke-Stadtverordnete Ralf Jäkel hätte sich eine Gleisanbindung ans Bahn-Netz gewünscht, um gelegentlich einen Lok-Oldtimer durchs Quartier rollen zu lassen. Das geht aber nicht, weil das Areal als Bahngelände entwidmet ist und daher vom Schienennetz getrennt sein muss.
Das Wohnquartier am Bahnhof
* Extrem kurzes Wege zu allen Verkehrsmitteln und die Nähe zu den Innenstädten von Potsdam und Babelsberg machen das Wohnquartier interessant.
* Alle 639 Wohnungen sind barrierefrei und behindertenfreundlich. Die Wohnungseingängeund die reinen Nutzräume wie Küche und Bad zeigen zur Bahnlinie, zur Straße und zum Gewerbeteil, die hohen "französischen" Fenster zu den Höfen, in denen es Spielplätze für die Kinder und so genannte "Aktivplätze" für ältere Menschen gibt.
* Die Wohnungen haben maximal zweieinhalb Zimmer, alle haben Balkon oder Terrasse.
* Der Energiebedarf soll sehr niedrig sein.
* Das Alterswohnen soll nicht an wenigen Stellen konzentriert, sondern im Quartier verteilt werden.
* Das Hotel hat 120 Zimmer und sechs Suiten.
* Das Boardinghouse hat 77 möbilierte Zimmer für Langzeitmieter, Pendler zum Beispiel.
Rainer Schüler
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