Presseberichte
Semmelhaack saniert „D-Zug” im Frühjahr Bauunternehmen kauft Gewoba-Paket von 800 Wohnungen / Farbkonzept wird überarbeitet
[MAZ, 10.10.2006]

Am Stern - Im kommenden Frühjahr kommt Farbe an den "D-Zug". Dann will der neue Eigentümer Semmelhaack mit der Sanierung des markanten Plattenbauriegels an der Neuendorfer Straße beginnen. Das sagte Projektsteuerer Berko Dibowski gestern der MAZ.
Im September habe Semmelhaack das zum Verkauf stehende Paket von knapp 800 Wohnungen aus dem Portfolio der zur Pro-Potsdam-Holding gehörenden Gewoba erworben, so Dibowski. Rund 15 Millionen Euro seien dafür bezahlt worden. Semmelhaack gehören damit neben den 394 Wohnungen im "D-Zug" weitere 114 Wohnungen in zwei und dreigeschossigen 60er-Jahre-Bauten im Patrizierweg sowie fast 300 Wohnungen in der Fritz-Lang-, der Friedrich-Wilhelm-Murnau-, der Paul-Wegener- und der Wolfgang-Staudte-Straße sowie im Hertha-Thiele- und im Ernst-Lubitsch-Weg in Drewitz.
Der Kauf sei an eine Sanierungsverpflichtung gekoppelt, die nach Prioritäten gestaffelt ist, sagte Dibowski. Als erstes komme daher der "D-Zug" dran, dessen Sanierung schon die Gewoba geplant hatte. Vier bis Fünf Außenfahrstühle will man anbringen. Auf das Gewoba-Farbkonzept - bekanntlich war mit großem Pomp ein Wettbewerb ausgelobt worden - will man jedoch nicht eins zu eins zurückgreifen. In Absprache mit den Mietern und der Stadt wolle man die Vorschläge noch einmal "überarbeiten", so Dibowski. Diese sehen bislang eine Gestaltung mit Tiermotiven vor. Für jeden der vier Blocks hätte dabei ein Voerbeiner Pate gestanden: ein Schwein, ein Leopard, ein Zebra und eine Kuh. Über Alternativen will man nachdenken, farblich soll der Riegel trotzdem ein individuelles Aussehen bekommen. Drinne wird bis Jahresende alles komplett modernisiert, zunächst die freien Wohnungen - laut Dibowski stehen mehr als 100 derzeit leer. Standard - statt Luxussanierung heißt die Devise, um die Mieten moderat zu halten. Gleiches gilt auch für die anderen gut 500 Wohnungen. Die sind aber erst später dran. Im Patrizierweg muss man laut Vertrag binnen drei Jahren sanieren, die Drewitzer Wohnungen vor Ablauf von zehn Jahren. "Die sind alle noch in sehr gutem Zustand", betonte Dibowski.
Mit dem Gewoba-Paket habe Semmelhaack sein Potsdamer Wohnungskontingent auf rund 2500 aufgestockt, so der Projektsteuerer. Derzeit laufen Sanierungsarbeiten an einem Plattenbau in der Schopenhauerstraße neben dem Markt-Center, dessen farbliche Gestaltung mit Schlösserstiftung und Denkmalpflege abgestimmt sei. Die Veräußerung der Wohnungen hatte bei den Stadtverordneten bekanntlich heftige Debatten ausgelöst. Vor allem die Linkspartei-PDS befürchtete einen Ausverkauf. Die Pro Potsdam will den Erlös für Neubauten im Bornstedter Feld verwenden.
Peer Straube
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