Presseberichte
Semmelhaack kauft und entwickelt altes RAW-Gelände Wohnen, Gewerbe und Messezentrum geplant / Dritte Großbaustelle rund um den Hauptbahnhof
[TSP, 03.03.2007]
Potsdam - Das seit Jahren brach liegende Reichsbahnausbesserungswerk am Potsdamer Hauptbahnhof soll zu einem Zentrum für Wohnen, Gewerbe und Messen ausgebaut werden. Entsprechende Pläne bestätigte Berko Dibowski vom neuen Eigentümer, dem Immobilienunternehmen Semmelhaack, gestern. Das in Potsdam seit Jahren aktive Unternehmen hat das 85 000 Quadratmeter große Areal Anfang dieses Jahres von der Bahntochter Service Immobilien GmbH gekauft. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.
Mit dem neuen Projekt wird die Umgebung des Hauptbahnhofes in den kommenden Jahren zur Großbaustelle: Neben der Entwicklung des Bahngeländes steht in unmittelbarer Nachbarschaft auch der Bau des Niemeyer-Bades am Brauhausberg sowie die Entwicklung der Speicherstadt zu einem Wohn- und Geschäftsquartier auf dem Plan.
Das neue Projekt des Immobilienunternehmens sei noch in der Entwicklungsphase, sagte Berko Dibowski von Semmelhaack. Eine Idee sei
die Einbeziehung der Messe Potsdam GmbH, die die denkmalgeschützte
„Neue Halle“ des Geländes zu einem Messezentrum ausbauen will.
Das Messeunternehmen sucht seit Jahren einen festen Standort anstelle der momentan befristet aufgestellten Anlagen auf dem Neuen Lustgarten.
„Wir können uns vorstellen, ab dem Jahr 2008 zwischen acht und zehn Messen jährlich in der Neuen Halle zu veranstalten“, sagte Michael Schulze von der Messe Potsdam GmbH. Mit einer Fläche von 10 000 Quadratmetern wäre sie die größte Messe- und Ausstellungshalle Potsdams.
Das Gelände selbst galt bis zur Schließung Ende 1999 als älteste Eisenbahnwerkstätte Deutschlands. Sie wurde 1838 mit Eröffnung des Eisenbahnverkehrs zwischen Potsdam und Berlin in Betrieb genommen.
Bis heute zeugt eine verrostete Lokomotive von der Geschichte des
Industrie-Standortes zwischen dem zentralen Busbahnhof, den Bahngleisen und Friedrich-Engels-Straße. Laut Dibowski plant das Immobilien-Unternehmen Semmelhaack auf dem Gelände auch die Errichtung von Wohnraum. Dies ist seitens der Stadt bislang nicht vorgesehen. Im Beschluss zur Aufstellung eines gültigen Bebauungsplanes aus dem Vorjahr heißt es, der Flächennutzungsplan für das Gelände weise den westlichen Teil des Areals als Gewerbe- und den östlichen Teil als Industriegebiet aus. Bisherige Ansiedlungsvorhaben von Einzelhandelsunternehmen scheiterten immer wieder, da die Stadt
Einzelhandel als Entwicklungsmotor für das Areal nicht in Betracht zieht.
Die ersten Gesprächen mit der Potsdamer Bauverwaltung über die geplante Nutzung bewertet Dibowski als „positiv“. Jedoch müssen die Stadtverordneten über den künftigen Bebauungsplan und die darin festgeschriebenen Entwicklungsmöglichkeiten entscheiden. Der SPD-Fraktionschef Mike
Schubert erklärte gestern auf Anfrage, er sieht das Vorhaben „positiv“. Schubert begrüße das Projekt einer Wohnbebauung anstatt der bisher geplanten Industrieansiedlung im innerstädtischen Bahnhofsumfeld. Auch die CDU sprach sich gestern nicht gegen das Vorhaben aus. Das Projekte passe in die weitere Entwicklung der Landeshauptstadt.
jab
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